Das Haus der Materialisierung in Berlin ist Teil eines größeren Projekts, das eng mit dem sogenannten Haus der Statistik am Alexanderplatz verbunden ist. Dieses Gebäudeensemble, ursprünglich für staatliche Verwaltungszwecke in der DDR errichtet, sollte 2010 abgerissen werden. Stattdessen entschied man sich für eine nachhaltige Umnutzung, die als Experiment zur temporären Nutzung angelegt wurde.
Prof. Dr. Vera Rotter und Johannes Scholz gaben uns vor dem Besuch einen theoretischen Input und umfangreichen Einblick in das Projekt und teilten ihre Erfahrungen mit uns.
Das Haus wird von einer Vielzahl an Initiativen verwaltet und geprägt – rund 50 Akteure, darunter Künstler*innen, Handwerker*innen, soziale Projekte und nachhaltige Start-ups, nehmen aktiv Einfluss. Diese Gruppen organisieren Werkstätten, bieten Workshops an und entwickeln gemeinschaftliche Nutzungskonzepte. Es gibt Strukturen, die auf gemeinschaftliche Selbstverwaltung und kollektives Handeln setzen. Vor allem die Nachbarschaft wird angeregt mitzuwirken. Das Projekt verfolgt das Ziel, alternative, gemeinwohlorientierte Formen des städtischen Lebens und Wirtschaftens zu erproben.
Während unseres Besuches ist uns die große Baustelle rund um das Haus der Materialisieren aufgefallen, welche die Stimmung eines wandelbaren städtischen Lebens sichtbar machte.
Das Areal des Haus der Statistik und das Haus der Materialisierung wurden somit zu einem Ort, an dem neue Ideen für eine nachhaltige und gemeinschaftsorientierte Stadtentwicklung ausprobiert werden. In diesem experimentellen Umfeld entwickeln die Beteiligten Visionen für langfristige Konzepte, die weit über die temporäre Nutzung hinausweisen könnten.
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Ausstellung
ZUKÜNFTE – Material und Design von Morgen