Die Ausstellung „#1_Sound“ zeigt vom 10. April bis 4. Mai 2025 in der Burg Galerie im Volkspark künstlerische Positionen von Studierenden der BURG im Rahmen der thematischen Reihe „The Gallery as a Stage“.

„Welche bisher ungenutzten Potenziale und Möglichkeiten hat die Galerie, den Besucher*innen Kunst und Design aus einer anderen Perspektive zu zeigen?“, diese Fragestellung leitete die Burg Galerie im Volkspark, um die Aufmerksamkeit auf den Galerieraum als Bühne zu lenken und damit stärker als bisher auf die Aufführung und Interaktion mit dem Publikum. Im Jahr 2025 konzentriert sich die Burg Galerie auf Klang, Sound und die Bandbreite des Hörens in Verbindung mit dem Raum. 2026 wird es um Theater, Performance und Tanz gehen.
Klang oder Sound sind an der BURG kein eigenständiger Teil der Lehre, jedoch hat die Beschäftigung mit Sound bei Studierenden zugenommen, unterstützt von der Expertise des hervorragenden Tonstudios der Hochschule. 
Die neue Open-Call-Reihe The Gallery as a Stage der Burg Galerie im Volkspark fokussiert den Galerieraum als Bühne. Für das Thema Sound wurden 16 künstlerische Positionen von einer Jury ausgewählt, die mit überraschenden Ideen überzeugten. Vom 10. April bis 4. Mai 2025 zeigt die Ausstellung, wie Studierende Klang, Sound und Hören als eigenständiges künstlerisches Medium in Kunst und Design nutzen. Mit der Erzeugung von Klängen gehen viele der gezeigten Arbeiten explizit auf den Galerieraum ein und verändern diesen auditiv. Mehrere Soundperformances werden zu unterschiedlichen Zeiten zur Aufführung kommen, an zwei Tagen zusätzlich auch mit Gästen und in experimentellem, kollaborativem Austausch. 
Bei einigen Installationen liegt das Moment der Veränderung zudem bei den Besucher*innen selbst, die durch ihr Eingreifen Geräusche und Klänge auslösen oder diese mitgestalten können. Darüber hinaus wird neuen Aufführungspraxen eine Bühne geboten, indem beispielsweise aus Comics vorgelesen wird. Aber auch die Erfahrung von Stille wird von großer Bedeutung sein: In einer in der Galerie errichteten Raumskulptur, in die die Besuchenden eintreten können, ist der Eigenklang zu hören. 
Im Gegensatz dazu steht die künstlerische Auseinandersetzung mit dem gezielten und abwehrenden Einsatz von Sound im öffentlichen Raum. Hohe Frequenzen werden mitunter verwendet, um Jugendliche von bestimmten Orten zu vertreiben. 

So geht es in Katharina Briksis Arbeiten um die Frage, wie Erinnerungen lebendig gehalten werden können und wie sich diese zugleich in anderen Kontexten verändern. Ausgehend von einem Aufenthalt in Istanbul hat sie Installationen entwickelt, die ortsspezifische Geräusche ortsunabhängig wiederholbar machen und so die Atmosphäre eines bestimmten Stadtteils in Istanbul einfangen. Für sie sind die so entstandenen Arbeiten Sound-Souvenirs. Zwei von ihnen wirken interaktiv, eine dritte, die Arbeit Seismograph 02 wird von einem Ventilator in Bewegung versetzt. Offen bleibt, ob das Experiment, durch Klänge die Erinnerung an einen Ort zu wecken, den man nie gesehen hat, gelingen kann.
In der Installation von Luis Kießling dagegen tauchen in einer zehnminütigen Vorführung sieben unterschiedlich große Orgelpfeifen mit Klangkörpern in ein 800 Liter großes Wasserbecken ein. Das Eintauchen erfolgt nach dem Zufallsprinzip und erzeugt so ständig wechselnde Klangkompositionen. Nach Ablauf der zehn Minuten kehren die Klangkörper wieder in ihre Ausgangsposition zurück. Anschließend folgt eine 15-minütige Pause. Selbstständig beginnt der Ablauf erneut und entwickelt ein weiteres Stück. Die Klänge verbinden sich mit dem Plätschern und den Bewegungen des Wassers sowie mit Geräuschen der Motoren, der Schnüre und ihrer Reibung. So entsteht eine Installation, die selbstständig agiert sowie Raum und Klang miteinander verbindet. 
Bei der Licht- und Soundperformance von Carmen Voigt mit dem Titel Lost Place –Wie klingt ein Schatten? ist die Show vorbei, der Ort ist verlassen. Nun machen sich die Schatten selbstständig. Sie kriechen an den Wänden entlang und laufen in ihrem eigenen Gang weiter. Dann beginnt das Spiel von Neuem und kleine kinetische Objekte erzeugen feine Klänge. Sound und Schatten verschmelzen darin zu einer abstrakten Welt, in der die Geister umgehen. In der Ausstellung wird die Performance sechs Mal aufgeführt.

Ausstellende

Katharina Briksi, Constantin Carstens/Janis Binder/Paco Grasberger, Marie Ehrentraut, Katrin Feldbauer, Emil Frederking/Luci Schwingen, Marina Hilken, Emilia Imberger/Jack Hilarius Rehse/ Lina Marie Bünger, Elena Jung, Luis Kießling, Yannick Kurtz, Lucas Kurz, Nick Nägele in Zusammenarbeit mit Leonie Bogun, Axel Orozco Möhl, Josefine T. Schmidt, Michael Schroller, Carmen Voigt 

Gäste und Kollaborierende

Lin Chi­Wei (Taipei/Paris); Cylo (BURG); Lex Genesis (Berlin/Braunschweig); Bruno Kramm (Potsdam); Nessa Levy Kahl (BURG); Felix Mayer (Braunschweig); Jonas Nehls (Leipzig); Janek Roffler (Leipzig); Konrad Ruda (Leipzig); Eric Sacher (Leipzig); Joss Turnbull (Berlin)

Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Rahmenprogramm begleitet. 


The Gallery as a Stage: #1_Sound
Ausstellungsdauer: 10. April bis 4. Mai 2025
Eröffnung: Mittwoch, 9. April 2025, 18 Uhr 
Presserundgang: Mittwoch, 9. April 2025, 11 Uhr
Ort: Burg Galerie im Volkspark, Schleifweg 8a, 06114 Halle (Saale)
Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag, 14 bis 19 Uhr 
Eintritt: Der Eintritt ist kostenfrei.
Kuratorinnen: Dr. Jule Reuter, Kuratorin der Burg Galerie am Volkspark, in Zusammenarbeit mit Luise von Cossart, Kuratorische Assistenz
Weitere Informationen: www.burg-halle.de/galerie
Social Media: Die BURG kommuniziert die Ausstellung in den sozialen Medien mit den Hashtags #BurgHalle und #1_Sound
 

Begleitprogramm

Mittwoch, 16. April 2025
16.30 Uhr

Wie KI die Musikproduktion transformiert. Vortrag von Bruno Kramm und Präsentation von Workshop­Ergebnissen gemeinsam mit Konrad Ruda (Tonstudio BURG) 
Der Musiker und KI­Entwickler Bruno Kramm berichtet über die neuesten KI­Innovationen in der Musikproduktion, deren Auswirkungen auf Musiker*innen und die Wahrnehmung von Musik. Wird die Maschine das menschliche Pendant ersetzen oder vielmehr ergänzen? 

18.30 Uhr

Lost Place – Wie klingt ein Schatten? Licht­ und Soundperformance von Carmen Voigt (ca. 10 min)

Mittwoch, 23. April 2025, 17.30 Uhr

Artist Talk mit Marina Hilken, Yannick Kurtz und Carmen Voigt, mit Lost Place – Wie klingt ein Schatten? Licht­ und Soundperformance von Carmen Voigt. Moderiert von Dr. Jule Reuter, Kuratorin der Burg Galerie und Luise von Cossart, Kuratorische Assistenz 

Sonntag, 27. April 2025, 18.30 Uhr

Lost Place – Wie klingt ein Schatten? Licht­ und Soundperformance von Carmen Voigt (ca. 10 min)

Mittwoch, 30. April 2025
Finissage + Expanded Exhibition +

15–15.45 Uhr
DCM (Interhuman Dynamic Coordinated Modules)
Der Künstler Lin Chi­Wei initiiert einen offenen Prozess mit Studierenden, in dem kollektive Intelligenz und stimmliche Klanggestaltung zusammenwirken. 
Siehe: www.burg­halle.de  
Aufführung auf der Freifläche an der Ostseite des Volksparks, Kleine Gosenstraße. 
Bei schlechtem Wetter findet die Aufführung im Schleifweg 6 statt, bitte entnehmen Sie die aktuellen Informationen unserer Website.

16–16.30 Uhr
UNDEAD/UNFILTERED/UNHINGED, Comic­Lesung mit Marie Ehrentraut
Mit Musik und Sound liest Marie Ehrentraut live aus vier eigenen Comics. Die Geschichten begleiten Fantasyfiguren in skurrilen Alltagssituationen auf humorvolle Weise und behandeln popkulturelle und queer­feministische Themen. 

17–18.30 Uhr
Resonating Perspectives. Soundinstallation von Constantin Carstens/Paco Grasberger/Janis Binder. Mit: love&disorder von Nessa Levy Kahl, Eric Sacher, Janek Roffler, Jonas Nehls; Excitation/Response von Cylo; Ponding von Felix Mayer. 
In Resonating Perspectives werden installierte Objekte sowie der Galerieraum zur Klangwiedergabe genutzt, wodurch die Klanginstallation als ein Mehrkanal­Lautsprechersystem verstanden werden kann. Das Zusammenspiel der verschiedensten Resonanzräume und Materialien wird fester Bestandteil einer räumlichen und klanglichen Komposition, die auch als Bühne für verschiedene Gäste dient.

18.50–19 Uhr
Lost Place – Wie klingt ein Schatten? Licht­ und Soundperformance von Carmen Voigt (ca. 10 min)
Die Show ist vorbei, der Ort ist verlassen. Nun machen sich die Schatten selbstständig. Sie kriechen an den Wänden entlang und laufen in ihrem eigenen Gang weiter. Dann beginnt das Spiel von Neuem, kleine kinetische Objekte erzeugen feine Klänge. Sound und Schatten verschmelzen zu einer abstrakten Welt, in der die Geister umgehen. Im Anschluss: Ausklang

Sonntag, 4. Mai 2025, 18.30 Uhr
Lost Place – Wie klingt ein Schatten? Licht­ und Soundperformance von Carmen Voigt (ca. 10 min)
 

Führungen durch die Ausstellung

Jeden Sonntag um 15 Uhr führen Studierende der kunstpädagogischen Studiengänge sowie des Masters Kunstwissenschaften durch die Ausstellung #1 Sound. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung nicht erforderlich.