Mobile Aufbereitung und nachhaltige Rekonfiguration von Matratzen
– Jaromir Meyr –

Mobile Aufbereitung und nachhaltige Rekonfiguration von Matratzen
– Jaromir Meyr –
Matrafix bietet eine mobile Lösung, um bestehende Matratzen aufzufrischen, individuell anzupassen und nachhaltig weiterzuverwenden. Ziel dabei ist es, Naturmaterialien in den Produktkreislauf einzubetten und die Verwendung und Entsorgung von Schaumstoffen zu minimieren. Die Idee ist, dass vor Ort bei den Kund*Innen die Matratze in einem Wagen bearbeitet wird. Sie wird in ihre Bestandteile zerlegt, um den oft noch gut erhaltenen Kern weiterverwenden zu können. Zusätzlich besteht die Möglichkeit abgetrennte Lagen zu reinigen oder sie mit neuen zu ersetzen. Durch das Zerlegen und Austauschen wird so nicht nur die Matratze vor der Entsorgung bewahrt, sondern eröffnet vor allem die Möglichkeit sie auf individuelle Wünsche neu anzupassen und entwickelt sich zu einem kreislauffähigen Produkt.
Beim Kauf einer Matratze herrscht allgemein Überforderung und verhältnismäßig viel Unwissen über die Bestandteile – insbesondere im Vergleich dazu, wie oft wir sie benutzen. Ein übersättigtes Überangebot an verschiedensten Varianten und Ausführungen gibt kaum die Möglichkeit, mit einer Kaufentscheidung endgültig zufrieden zu sein – ganz abgesehen von den hohen Preisen. Matrafix ist ein Versuch, etwas Licht ins Dunkel zu bringen und die Matratze als ein einfach zu konfigurierendes Produkt zu betrachten. Oft sind die Qualitätsunterschiede nicht so gravierend, wie die Preisspanne, in der sich Matratzen bewegen, erscheinen lässt. Ein Kern aus PU-Kaltschaum oder einem Federkern ist der Standard. Dieser Kern wird dann mit einfach verklebten Schichten aus verschiedenen Schäumen bedeckt. Schlussendlich kommt nur noch der Bezug drum und das Produkt ist fertig zum Verkauf. Wenn man eine Matratze einmal auseinandernimmt, wird ersichtlich, wie gut besonders die Feder- oder Schaumstoffkerne noch zu verwenden sind. Die oberen Lagen eines Schaumstoffkerns lassen sich mithilfeeeines heißen Drahts abtrennen. Mit der gleichen Methode lassen sich auch neue Liegezonen in den Schaumstoff schneiden. Dieser Prozess ist hier modellhaft dargestellt, funktioniert aber in der Industrie auf die gleiche Weise mit CNC-gesteuerten Heißdrähten. Bei Federkernmatratzen ist der Kern von Schaumstoffquadern ummantelt, die sich ebenfalls leicht voneinander trennen lassen. Durch das Zerlegen einer Matratze wird also ersichtlich, wie austauschbar die einzelnen Komponenten, seien es Schaumstoffteile, Lagen, der Bezug oder der Kern, sind. Um die Einzelteile weiterzuverwenden, ist eine vorherige Reinigung natürlich sinnvoll und sehr wahrscheinlich erwünscht. Durch das Bestrahlen der Schaumstoffteile mit UV-Licht können schon die meisten Bakterien lebensunfähig gemacht werden. Reinigt man zusätzlich dann noch mit Wasserdampf und Hitze, bekommt man die Matratze recht gründlich von allen Verunreinigungen und Mikroorganismen befreit. Diese Art der Matratzenreinigung ist schon ein bestehender Dienstleistungszweig und könnte ohne weiteres in den Matrafix- Service eingebettet werden. Im Anschluss an die Reinigung findet dann die Anpassung statt. Härtegrad, Liegegefühl, Oberflächenstruktur und Komfort lassen sich durch die Wahl der Materialien und der Schichtdicke beeinflussen. In der Herstellung von Naturmatratzen finden hier Materialien wie Kokosfasern, Schafswolle, Baumwolle, Naturkautschuk oder Rosshaar Verwendung. Matratzen, die rein aus solchen Materialien bestehen, bewegen sich oft in der Preisspanne ab 1000 € aufwärts. Das führt dazu, dass der Verkaufsanteil solcher Matratzen bei nur etwa 2 % liegt. Die Aufbereitung von Matratzen liefert also die Möglichkeit, auch in Teilen Naturmaterialien in den Produktkreislauf zu integrieren, was für die Verbraucher*Innen sehr viel kostengünstiger ist. Wünschenswert und gleichzeitig das Ziel ist es, nach und nach dann Schaumstoffe gänzlich zu ersetzen. Matrafix kombiniert also den Anspruch an Nachhaltigkeit und Kreislauffähigkeit mit einem Mehrwert für den Endverbraucher und die Umwelt. Die Anreize den Service in Anspruch zu nehmen liegen auf der Hand. Es muss sich nicht um die Entsorgung gekümmert werden, es ist preisgünstiger als eine Neuanschaffung gleichzeitig aber individuell ausgerichtet und es besteht jederzeit die Möglichkeit einer neuen Beratung oder Anpassung.
entstanden im Projekt Sorry, we are open!