Dezentrales Wäschesystem für Wohnräume
– Yara Planer –

Wie wäre es, Wäsche, Verantwortung und Ressourcen (wieder) zu teilen?

pegged – ein System, das Ästhetik und Funktionalität vereint. An die Räumlichkeiten angepasst, wandelt sich die fest integrierte Zierleiste durch das Hinzufügen von Haken und Leinen in eine praktische Trockenhilfe. Neben dem privaten Raum können halböffentliche Flächen wie Treppenhäuser, Keller oder Höfe effizienter genutzt werden, z.B. zum Trocknen von Wäsche, ohne dass zusätzliche Geräte oder Einschränkungen im Wohnraum erforderlich sind.

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pegged – ein dezentrales Wäschesystem, das Ästhetik und Funktionalität vereint.

An die Räumlichkeiten angepasst, wandelt sich die fest integrierte Zierleiste durch das Hinzufügen von Haken und Leinen in eine praktische Trockenhilfe. Neben dem privaten Raum können halböffentliche Flächen wie Treppenhäuser, Keller oder Höfe effizienter genutzt werden. z.B. zum Trocknen von Wäsche, ohne dass zusätzliche Geräte oder Einschränkungen im Wohnraum erforderlich sind. Flügelwäscheständer sind ein Teil deutscher Alltags- und Einrichtungskultur. Man findet kaum einen Haushalt, wo der Wäscheständer nicht präsent signalisiert, dass hier Hausarbeit verrichtet wird. Und obwohl sie ein häufig genutzter Gebrauchsgegenstand sind, sind viele günstige Flügelwäscheständer nicht auf Langlebigkeit ausgerichtet. Billig verarbeitet, schwindet der Weichmacher, spröde Kunststoffteile geben nach, Gelenke biegen sich krumm, verschweißte Streben brechen aus. Nach Angaben der Wertstoffhöfe werden in Halle täglich sechs Wäscheständer entsorgt. Hochgerechnet sind es deutschlandweit 2000 am Tag, eine halbe Million im Jahr. Wenn sie überhaupt bis dorthin gelangen. Zu groß für die Abfuhr, zu klein für den Sperrmüll, landen viele auf der Straße. In meiner Recherche bin ich auf Kathrin Passig (Journalistin) gestoßen, die seit 2005 in ihrem öffentlich zugänglichen Fotoalbum “Weggeworfene Wäscheständer” Bilder dieses Phänomens festhält. Meine Recherche habe ich damit begonnen, mir verschiedene Wäscheständer Modelle und -strategien anzusehen, um sie auf ihre Vor- und Nachteile zu überprüfen. Im Workshop mit Peter Post haben wir gelernt, Servicekonzepte um unsere Produkte zu entwickeln, die Nutzer*innen zu nachhaltigerem Konsum animieren. Aus dem gesammelten Input konnte ich drei Szenarien für die Zwischenpräsentation entwickeln: 1. Umgestaltung des bestehenden Produktes, 2. Open-Source-Anleitungen für die Selbstreparatur und 3. ein Haushaltsabo für Mehrfamilienhäuser, in dem die geteilte Nutzung von Geräten vorgesehen ist. Letztendlich habe ich mich für eine Kombination aus Neugestaltung und Sharing-Konzept entschieden. Denn die Hauptprobleme liegen im Produkt selbst und der nicht optimalen Raumnutzung. Bei der Neugestaltung habe ich mich darauf reduziert, was minimal nötig ist, um Wäsche zu trocknen und sich in vielen Zeiten und Kulturen bewährt hat: die Wäscheleine. Zudem war mein Anspruch, dem Objekt durch eine Umgestaltung eine neue Wertschätzung zu geben und eine einfachere Integration in die Einrichtung zu ermöglichen. Das System pegged schafft eine neue Infrastruktur für das Wäschetrocknen und ist speziell auf die Anforderungen von Mehrfamilienhäusern in verdichteten Stadträumen zugeschnitten. Es kombiniert Funktionalität mit dezenter, raumsparender Gestaltung und bietet eine flexible, nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Trocknungslösungen. Mit dem Online-Konfigurator können Architek*tinnen, Vermieter*innen sowie Privathaushalte oder Hausgemeinschaften ihr individuelles Wäschesystem planen. Grundlage bildet eine fest installierte Funktionsleiste, die an das jeweilige Objekt angepasst wird. Diese ist von der traditionellen Shakerleiste inspiriert und erinnert in ihrer Gestaltung an Zierleisten oder Stuckelemente. Im ungenutzten Zustand fügt sie sich nahezu unsichtbar in den Wohnraum ein. Das System erlaubt eine flexible und bedarfsgerechte Nutzung: Leinen und Haken können individuell ergänzt und nach Bedarf positioniert werden. Exemplarisch wurden drei verschiedene Haken entwickelt: Ein Ringhaken, an dem Wäscheleinen gespannt werden können; ein konisch zulaufender Haken, der sich besonders für Jacken, Mäntel oder Taschen eignet; ein an die klassische Dolly Peg angelehnter Haken, ursprünglich als hölzernes Klammer mit Schlitzöffnung konzipiert, um die Wäsche an der Leine zu befestigen. Statt aber die Wäsche an der