Zwischen Genuss und Abenteuer
– Nils Schröer & Oskar Rahm –

Von Transparenzen und Durchbrüchen hin zu veganen Caviarfrüchten erfasst unsere Versuchsreihe unterschiedliche Annäherungsversuche an ein neues, aufregendes Bisserlebnis für Liebhaber*innen der außergewöhnlichen Küche. Im experimentellen Prozess und mit Techniken aus der Molekularküche entstanden mit Zutaten wie Agar, Rote Beete, verschiedenen Salzen und Zuckern eine Reihe diverser, essbarer Konsistenzen. 
Durch Eingriffe wie das Hinzufügen und Entnehmen von Zusätzen entwickelten sich Objekte mit neuen Haptiken, Strukturen und Durchbrüchen. 
Weich, fest, schaumig, glibberig, rutschig, klebrig, löchrig, zäh. 
Eine teils herausfordernde Kostprobe.

Material: Agar

Agar ist ein Kohlenhydrat, das aus den Zellwänden verschiedener Algen gewonnen wird. Als geschmacksneutrales Geliermittel ist es besonders interessant durch seine Fähigkeit, bereits bei geringer Dosierung mechanisch stabile Gele zu bilden. In unseren Experimenten zeigte sich Agar als vielseitiges, jedoch auch äußerst sensibles Material. Kleinste Veränderungen der Zusätze wie z.B. Salz, Zucker oder Rote Beete verändern die Struktur des Gels und führen zu vorzeitiger, verspäteter oder ausbleibender Aushärtung. Dieses Verhalten bietet sowohl herausfordernde als auch spannende Potenziale, die es möglich machen, die Materialeigenschaften gezielt zu beeinflussen und neue Texturen und Effekte zu erzeugen.