Wie schaffen wir es, Ressourcen einzusparen und noch offene Kreisläufe zu schließen?
Was hindert Unternehmen und Menschen daran, für den Kreislauf zu produzieren und zu konsumieren? Müssen wir wirklich jedes Produkt besitzen oder begreifen wir ein Fahrrad oder ein T-Shirt lieber als Service? Und wie kann schlussendlich einfach weniger konsumiert werden? Diese und viele weitere Fragen standen im Mittelpunkt unseres Semesterprojekts.'
Um Antworten zu finden, veranstaltete das Designhaus Halle in Kooperation mit dem Projekt Sorry we’re open! das Symposium „Circular Circumstances or how to approach more sustainable consumption?“, zu den Themen zirkuläres Design, nachhaltige Konsumalternativen und kreislauffähige Materialanwendungen.
Als Referent*innen waren Becky Early, Peter Post und Alexander Wiefel eingeladen, die in diesem Bereich forschen und arbeiten.
Becky Early ist, Researcherin für Circular Economies, Textildesignerin und Professorin am Centre for Circular Design des Chelsea College of Arts. In ihrem Vortrag stellte sie unter anderem das Service Shirt vor, ein von ihr entwickeltes T-Shirt, das möglichst viele Lebenszyklen durchläuft und lange getragen werden soll, indem es immer wieder umgestaltet und an aktuelle Trends angepasst wird. Peter Post hingegen beschäftigt sich als Brand Strategist, UX- und Service Designer mit Circular Economies, indem er digitale Schnittstellen und "Digital Twins" von Produkten entwickelt. Ziel seines Ansatzes ist es, Konsument*innen näher an Sharing-Konzepte und Reparaturansätze heranzuführen. Alexander Wiefel, Closed-Loop-Designer vom Start-up holypoly, zeigte wie Produkte und Services gestaltet werden können, sodass sie für Konsumenten attraktiv sind, wirtschaftlich relevant und am Ende vollständig recycelt werden können. Ein Beispiel dafür ist das Rücknahmesystem, welches holypoly zusammen mit dem Babyflaschenhersteller NUK entwickelt hat. Dabei werden benutzte Flaschen gesammelt, in den Stoffkreislauf zurückgeführt und anschließend zu neuen Produkten recycelt. Den Vorträgen der Referent*innen, schloss sich eine moderierte Podiumsdiskussion an, um offene Fragen zu klären und Raum zum Austausch zu geben.
Die unterschiedlichen Perspektiven von Becky Early, Peter Post und Alexander Wiefel führten zu spannenden Einblicken und regten zu einer intensiven Auseinandersetzung mit den Herausforderungen und Chancen des zirkulären Wirtschaftens an.