Ein USB-Kabel zur Selbstreparatur
– Leon Ehrmann –

Ladekabel – wir alle haben sie, meist mehr als genug. Täglich sind wir auf sie angewiesen, um unsere Geräte mit Strom zu versorgen, unsere Welt zu vernetzen und mobil zu bleiben. Doch obwohl sie eine essenzielle Rolle in unserem Alltag spielen, sind sie oft kaum mehr als ein Wegwerfprodukt. Millionen defekter Kabel landen im Müll. Abgenutzte Stecker, gebrochene Adern oder poröse Ummantelungen machen sie unbrauchbar – und das oft lange bevor das eigentliche Endgerät ersetzt werden muss. Diese Wegwerfkultur belastet nicht nur die Umwelt, sondern verschwendet wertvolle Ressourcen. Ein Ladekabel, das nicht nur langlebig ist, sondern sich auch problemlos reparieren lässt, ist also längst überfällig. Hier setzt das USB:RE Kabel an, welches sich problemlos selbst reparieren lässt.

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Ladekabel werden weltweit in riesigen Mengen produziert – und ebenso schnell entsorgt, oft im Hausmüll. Dabei gehen wertvolle Ressourcen verloren, denn jedes Kabel enthält hochwertige Rohstoffe wie Kupfer, ein Metall, das sich hervorragend recyceln lässt. Im Recyclingprozess werden die Kabel geschreddert, die verschiedenen Materialien getrennt und das Kupfer gereinigt und wiederverwendet. Eine funktionierende Kreislaufwirtschaft könnte den Bedarf an umweltschädlichem Bergbau und energieintensiver Neuproduktion erheblich senken. Ein weiteres Problem stellt die Kunststoffummantelung vieler Kabel dar. Häufig bestehen sie aus PVC oder anderen schwer abbaubaren Kunststoffen, die bei unsachgemäßer Entsorgung Mikroplastik freisetzen oder bei der Verbrennung giftige Nebenprodukte erzeugen. Da Ladekabel oft weit vor ihrem eigentlichen Lebensende entsorgt werden – sei es durch Kabelbrüche oder den Wechsel zu neuen Geräten – ist eine bessere Recycling-Infrastruktur essenziell. Noch nachhaltiger ist es jedoch, durch Produkte wie das USB:RE-Kabel ein ganzheitliches System für reparierbare Ladekabel zu etablieren. Eine längere Nutzungsdauer kann  Ressourcen sparen, Elektroschrott reduzieren und aktiv zu einer umweltfreundlicheren Zukunft beitragen. Mit der Einführung des einheitlichen USB-C-Standards in der EU ab 2024 wurde ein wichtiger Schritt hin zu universeller Kompatibilität gemacht. Doch mit Blick auf Kreislauffähigkeit eines Produktes reicht Standardisierung allein nicht aus, wenn sie weiterhin so konzipiert sind, dass sie bei Defekten entsorgt statt repariert werden. Die EU-Ökodesign-Verordnung, die im Juli 2024 in Kraft trat, stellt die Reparaturfähigkeit in den Mittelpunkt nachhaltiger Produktgestaltung. Denn nur Produkte, die repariert und damit langfristig genutzt werden können, sind wirklich zukunftsfähig und nachhaltig. Vor diesem Hintergrund entstand das Konzept von USB:RE – einem modularen, reparierbaren und langlebigen Ladekabel. Es besteht aus drei austauschbaren Komponenten: zwei Steckern und einem Kabel. Diese Bauweise ermöglicht es, einzelne Elemente bei Bedarf zu ersetzen, ohne das gesamte Kabel entsorgen zu müssen. Das USB:RE-Kabel nutzt eine bewährte Technologie aus der Netzwerktechnik. Die Verbindung basiert auf den Prinzipien eines Ethernet-Kabels: Dank klemm basierter, abschraubbarer und steckbarer Kontakte können die Komponenten werkzeuglos getrennt und wieder verbunden werden. Besonders praktisch ist, dass die Litzen, also die einzelnen Kabelstränge, nicht entisoliert werden müssen. Beim Schließen des Steckers bohren sich die Kontakte automatisch durch die Isolierung und stellen eine sichere Verbindung her. Zusätzlich lassen sich alle Komponenten einzeln nachbestellen, um das Kabel bei Bedarf zu aktualisieren oder zu erweitern. Wer ein defektes Bauteil zurücksendet, erhält vergünstigten Ersatz – ein weiterer Schritt, um Ressourcen zu schonen. Auch kleinere Reparaturen sind problemlos möglich: Mit einem einfachen Schrumpfschlauch lassen sich aufgebrochene oder poröse Stellen in der Kabelisolierung schnell und unkompliziert reparieren – ganz ohne Spezialwerkzeug, nur mit einem Feuerzeug. USB:RE ist in Elektrofachmärkten sowie an Verkaufsstellen für Ladezubehör erhältlich. Neben den physischen Komponenten umfasst das Konzept auch eine digitale Plattform mit Informationen zu Wartung, Selbstreparatur und fachgerechter Entsorgung.