Rotationsguss aus Zucker
– Paul Roth –

"Der süße Untergang" soll das Süßen des Tees in der kalten Jahreszeit zu einem kleinen Spektakel machen und dadurch anregen, mehr Flüssigkeit zu sich zu nehmen und auch Kindern im wahrsten Sinne des Wortes das Teetrinken versüßen. 
Während in der eigenen Teetasse die Zucker-Titanic zu sinken beginnt, fängt auch in der Tasse des Gegenübers der Eisberg langsam an zu schmelzen – die Versinnbildlichung des Klimawandels zu Hause vor dem Ofen (oder der Heizung).


Material: Zucker
Für Zucker habe ich mich entschieden, weil mir die optische Nähe zum Glas gefiel, zerbrechlich und transparent. Als erste große Herausforderung stellte sich schnell die hohe Verarbeitungstemperatur heraus. Zum einen konnte ich nicht mehr auf das schnelle und unkomplizierte Tiefziehen zurückgreifen, weil die thermoplastischen Formen der Hitze nicht standgehalten hätten. Zum anderen habe ich mich bei meinen ersten dünnwandigen Versuchsformen während des Rotierens tatsächlich fast verbrannt. Eine weitere Schwierigkeit lag darin, die richtige Rezeptur zu finden und auch die Kühlung so zu kontrollieren, dass überhaupt ein Ergebnis zustande kommt. Es gab zwischendurch auch einfach Klumpen, verklebte Formen, die wieder sauber gekocht und gekratzt werden mussten etc., weshalb ich gegen Ende  u.a. auch mit Isomalt experimentiert habe. Und dennoch, die entstandenen Ergebnisse haben meinen Vorstellungen mehr oder weniger entsprochen und gerade bei größeren Formen hat der Zucker mit seiner Lichtdurchlässigkeit eine Eigenschaft, die sonst kaum ein anderes Lebensmittel in dieser Form hat.