Regionale Alge statt schottischem Tweed?
– Nils Schröer –

Regionale Alge statt schottischem Tweed?
– Nils Schröer –
Das Konzept meines Projekts ist der experimentelle Umgang mit alternativen Materialien zum klassischen Tweed. Tweed daher, weil es als Grundmaterial meiner Ausgangsform, der Newsboy Cap, dient. Das neunteilige Schnittmuster soll durch Faserguss im Pulp-Verfahren ersetzt werden und damit die Möglichkeit für neue Materialien und Oberflächen schaffen. Dafür eignet sich die grüne Fadenalge, die regional und schnell wächst, besonders gut, da sie einen außergewöhnlichen Faserverbund und ebenso textile und einfach kompostierbare Eigenschaften mit sich bringt.
Material: Fadenalge (Zygnema)
Für das Projekt experimentierte ich mit Faden- und Schraubenalgen, die ich aus den örtlichen Gewässern und dem Zoo Halle beziehen konnte. Obwohl diese Algen Einzeller sind, bilden sie von Natur aus einen beeindruckenden Faserverbund.Verschiedene Faserlängen bis zur Pulverisierung der getrockneten Alge und Zusätze wie Glycerin sollten eine langfristige Flexibilität des Materials, auch nach dem Austrocknen, ermöglichen. Zielführend waren letztendlich kurze Fasern der Fadenalge aufgelöst in Wasser. Die Fasern verbinden sich schon im feuchten Zustand und bilden nach dem Trocknen eine robuste und textile Oberfläche. Damit ist dieses Material unbedenklich kompostierbar und lässt sich einfach in den Kreislauf zurückführen.
entstanden im Projekt dripping hats