Rotationsguss mit Esspapier
– Moritz Schmid –

Rotationsguss mit Esspapier
– Moritz Schmid –
Das Projekt ist aus der Frage heraus entstanden, wie man die Rotationsform selbst essbar gestalten kann. Mein Lösungsansatz: Esspapier als Rotationsform. Zudem war mein Ziel, ein möglichst lokales Produkt zu entwerfen. Kartoffeln, Rübenzucker, Buchweizen und Salz sind alle auf dem deutschen Markt zu finden. Dies fördert die Direktvermarktung, Kleinbetriebe, kurze Lieferketten und macht müllfreie Produktion möglich. Durch die Blume verwächst Lokalität mit Geschmack. Sie ist für Genießer und Köche gedacht. Die Blume besteht aus Esspapier und Karamell in leichten Creme- und Brauntönen. Die Textur ist knackig (Esspapier und gepuffter Buchweizen) und zugleich cremig (Sahnekaramell), geschmacklich süß (Karamell), salzig (Siedesalz) und weihnachtlich (Buchweizen).
Material: Esspapier/ Sahne-Karamell/ Buchweizen-Salz-Karamell
Esspapier als Material sowie als Rotationsform hat einige Vorteile: Es hat eine recht hohe Hitzetoleranz im Vergleich zu den meisten lebensmittelechten Kunststoffen, es funktioniert als natürliche Trennschicht. Durch die Klebrigkeit (im nassen Zustand) und in Kombination mit anderen aushärtenden Füllungen wie Karamell, lassen sich leicht Verbindungen schaffen. Zusätzlich transportiert es Feuchtigkeit, besitzt eine sehr schöne Haptik und Textur (erst hart und crunchy, dann weich und angenehm süß) und ist lecker! Jedoch hat es durch seine Fragilität auch einige Nachteile: das Falten und Schneiden von Esspapier hat sich als erstaunlich schwierig erwiesen. Sobald das Material feucht wurde und im Anschluss wieder getrocknet ist, haben sich alle Geraden organisch verformt. Durch einen Föhn und ein eingebohrtes Alu-Rohr konnte ich die nassen Scheiben Esspapier zu einem organischen Hohlkörper aushärten lassen und hatte einen Rotationsraum für das Karamell. Die Zutaten des Gerichts bestehen aus: mehligen Kartoffeln, Rübenzucker, Farbstoff (z.B. Rote Beete oder Spinat), Sahne, gepuffter Buchweizen und Hallensisches Siedesalz. Durch Zutaten, die in und um Halle produziert werden könnten, kann die Qualität ansteigen und fördert zusätzlich das Bewusstsein für lokale Spezialitäten.
entstanden im Projekt Sweet Industrial Kitchen