Fassadengeschichten ist ein temporäres Sitzmöbel, dass sich in seiner Form auf die Geometrie eines Fassadenelementes bezieht

– Emilia Sonntag –

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Der Bruchsee ist eine Naturoase in Halle-Neustadt, der durch den Abbau eines Kalkhügels entstand. Der Kalk wurde in der Zementherstellung genutzt. Heute liegt der See inmitten einer Betonlandschaft, die von Leerstand geprägt ist. Die Menschen haben den Ort verlassen, aber ihre Gebäude stehen noch immer. In diesem Spannungsfeld von sich stetig ändernder Natur und beständigem Beton ist mein Entwurf verortet. Ich möchte einen anderen Umgang mit dem Material aufzeigen, das einst auch aus dem See kam.
Die Formensprache des Sitzmöbels ist der Fassade eines nahe am See stehenden Hauses entlehnt, welche aus dreieckigen Prismen besteht. Zwei dieser Elemente ergeben in Kombination die Form des Liegestuhls. So wird ein Bezug zu dem Umgang mit Beton bzw. Muschelkalk in den umliegenden Gebäuden hergestellt. Dieser Umgang steht im Gegensatz zur nicht wetterbeständigen Materialität der Sitzgelegenheit – ein Gemisch aus Muschelkalk, Ton und Casein, welches durch die Benutzung und Witterung über die Zeit zerbröseln und mit den Menschen verschwinden wird.