Im Rahmen der Ringvorlesung „Ideengeschichtliche Pfade“ hält Burg-Professorin Prof. Dr. Marita Tatari am 14. April 2025, 18.15 Uhr, einen Vortrag zum Thema „Die Leerstelle der Idee: Hegemonie und Heteropoiesis“.

Im Rahmen der Ringvorlesung „Ideengeschichtliche Pfade“ hält Burg-Professorin Prof. Dr. Marita Tatari am 14. April 2025, 18.15 Uhr, einen Vortrag zum Thema „Die Leerstelle der Idee: Hegemonie und Heteropoiesis“.
Für eine für den Westen maßgebliche philosophische Tradition, die mit Hegel verbunden ist, bezeichnet der Begriff „Idee“ keine intellektuelle Abstraktion, sondern den Gang der Geschichte. Ein kulturelles Moment – eine Weise, die Welt zu bewohnen und sich auf sich selbst und die anderen zu beziehen – ist demnach ein Zu-sich-Kommen der Idee. Weil aber die Idee nichts als ihre Selbstdifferenz in einer konkreten Aktualisierung ist, bringt jedes kulturelle Moment zugleich seine eigene Überschreitung in Gang. Das nennt sich Fortschritt.
Diese Geschichtsauffassung, die das Selbstverständnis des Westens prägte, zerfällt. Geschichte wird akzidentell und von chaotischen Kollisionen bestimmt. Zugleich erleben wir eine technoökonomische Überlappung und die Diffraktion aller Beziehungen. Im Vortrag werde ich die Leerstelle der Idee als Schnittstelle zwischen der Autopoiesis der technoökonomischen Hegemonie einerseits und der Heteropoiesis einer künstlerisch-denkerischen Praxis andererseits herausarbeiten und zur Diskussion stellen.
Marita Tatari ist Professorin für Kunstphilosophie und Kulturtheorie an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Ihre Arbeit reflektiert die kulturellen Transformationen der Gegenwart im Spannungsfeld von Kunst, Politik und Philosophie. Zu ihren Publikationen zählen: Kunstwerk als Handlung (2017), Thinking With – Jean-Luc Nancy (Mithrsg., 2023) und Hannah Arendt und die Weltlichkeit der Künste (Mithrsg., erscheint 2025).
Hörsaal 008, Villa-Anbau, Campus Design
Neuwerk 7, 06108 Halle (Saale)
Ringvorlesung Ideengeschichtliche Pfade