Kooperationsveranstaltung des Lehrgebiets Philosophie mit dem Forschungsschwerpuntk Ästhetik der ZHdK und The University of Chicago

Workshop "Künstlerisches Handeln zwischen Macht und Ohnmacht"

Kriege, Klimakrise, Bedrohungen der Demokratie: Angesichts der verheerenden Ereignisse unserer Zeit sehen sich viele mit einem Gefühl der Ohnmacht konfrontiert. Wo gibt es Handlungsmacht, die sich nicht überschätzt? Künstlerisches Handeln verschränkt auf eigentümliche Weise in seinem Kern Wirkungsmacht und Erleidensfähigkeit, Produktion und Rezeption, “agency” und “patiency”.

Der Workshop rückt diese Verschränkung von Aktivität und Erleiden in den Mittelpunkt – ein Zusammenspiel, das zugleich als Ausdauer, Beharrlichkeit und Geduld gedacht werden kann.

Wie kann das Erleiden (“patiency”) speziell im Kontext künstlerischer Handlungen beschrieben werden? Wie unterscheidet sich die Intentionalität des Erleidens (“patient”) von derjenigen der/des Handelnden (“agent”)? Und wie ist es möglich, dass zwei Intentionalitäten in einem einzigen, einheitlichen Akt zusammenfließen? Welche politischen Implikationen ergeben sich, wenn wir die Beziehung beider Seiten als ein Machtverhältnis betrachten, in dem jemand etwas mit jemand anderem tut, der gleichzeitig aktiv an der Handlung teilnimmt?

Wie lässt sich die Materialität dieser Beziehung denken – bestehend aus den Körpern der Beteiligten, den verwendeten Materialien und Objekten sowie der Welt, in der sie stattfindet?

Der Workshop wird ausgerichtet vom Lehrgebiet Philosophie der Burg in Kooperation mit The University of Chicago und mit dem Forschungsschwerpunkt Ästhetik der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK).

Alle Interessierten sind herzlich zum Mitdenken und Mitdiskutieren eingeladen.

 

Programm

Donnerstag, 8. Mai, Seminarraum der Bibliothek, Neuwerk 7

15:00  Marita Tatari, Judith Siegmund & Florian Klinger: Begrüßung

15:15   Annika Weinert-Brieger: Kunst und Handeln mit der Akteur-Netzwerk Theorie denken (und über sie hinaus)

16:05  Vera Schamal: Agency und Fehlversuche in der künstlerischen Praxis

17:15   Ana Hupe: Artemisia als Agentin in der Kunst und Heilkunde – zwischen Ärzt*innen, Heiler*innen und Künstler*innen

 

Freitag, 9. Mai,  Seminarraum der Bibliothek, Neuwerk 7

10:00  Sissi Makovec & Bernd Haberl: Aktives Leiden – Passivität und Widerstand als Bedingung für Veränderung. Überlegungen zur Ästhetik ausgehend von Baumgartens Monadenlehre

10:50  Alessandro Nannini: Respondenz

12:00  Judit Villiger: Geduld, Leidenschaft und Pathos im „Sehen Versuchen“ von Unterrichtskonstellationen mit Lehramtsstudierenden am „Sprachstück“

14:15   Christopher Nixon: Ästhetische Erschütterung als Selbstmächtigkeitsverlust 

15:05  Sebastian Köthe: „Bedingte Rettungsmittel“. Ruth Klüger über Lyrik in und nach Auschwitz

16:15   Shirin Weigelt: Noten zur Geste des Nähens. Agentielle Verflechtungen in Zoe Leonards „Strange Fruit“

17:05  Florence Borggrefe: Handeln und Hinnehmen als ontologische Relation. Künstlerisches Handeln und ästhetische Erfahrung in der Philosophie John Deweys

 

Samstag, 10. Mai, Seminarraum 010, Schleifweg 6

9:30   Florian Klinger: Leiden als Tätigkeit

10:20  Marcello Ruta: Musikalische Virtuosität als Darbietung ästhetischer Eigenschaften

11:00  Anke Haarmann (online): Das Gären – ein dynamisches Zögern  

12:20   Vorstellung Sammelbandprojekt durch Marie Rosenkranz & Abschlussdiskussion