Im Rahmen der Ringvorlesung „Ideengeschichtliche Pfade“ hält Prof. Dr. Charlotte Klonk von der Humboldt-Universität zu Berlin am 16. Juni 2025, 18.15 Uhr, einen Vortrag zum Thema „Im Namen des Volkes gegen das Parlament“.

Bis vor kurzem ging man davon aus, dass die Demokratie in Ländern, in denen sie lange praktiziert wurde, nicht wirklich in Gefahr ist. Niemand nahm an, dass dort die politischen Institutionen grundsätzlich bedroht seien. Doch spätestens nach der Erstürmung des Kapitols in Washington, D.C., am 6. Januar 2021 geriet diese Gewissheit ins Wanken. Der Populismus greift die Demokratie in ihrem Namen an und entfesselt eine wirkungsvolle Schmähbildproduktion, die dem Stil der Bildpublizistik der Französischen Revolution in nichts nachsteht. Die Repräsentation durch Parlamente und Parteien wird als Verschwörung zur Entmachtung des Volkes dargestellt. In diesem Vortrag soll es um die jüngere Bildgeschichte der Erstürmung von Parlamenten gehen. Zeigt sich in ihnen, so soll gefragt werden, ein Aufbegehren des Volkes gegen seine Repräsentanten, oder weisen die Zeichen in eine andere Richtung? Geht es um urdemokratische Volkssouveränität oder eher um das Erzwingen eines Systemwechsels?

Charlotte Klonk ist Professorin für Kunst- und Neue Medien an der Humboldt-Universität zu Berlin und Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina in Halle. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehört die Bildgeschichte der Demokratie. 2017 erschien ihr Buch Terror. Wenn Bilder zu Waffen werden und 2022 der Essayband Revolution im Rückwärtsgang. Der 6. Januar 2021 und die Bedeutung der Bilder.